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Aug 18

PRISM: Datenspeicherung und Überwachung der NSA – Ein handfester Skandal! Aber bin ich persönlich bedroht?

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© Markus Vogelbacher | pixelio.de

Datenfluss im Internet. Fließen meine Daten direkt auf die Server amerikanischer Nachrichtendienste ? | © Markus Vogelbacher | pixelio.de

Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hat vor einigen Wochen „PRISM“, einen der größsten Nachrichtendienst-Skandale der jüngeren Geschichte, aufgedeckt. Snowden zufolge kann die amerikanische National Security Agency, NSA über eine automatisierte Analyse der weltweiten Datenflüsse sämtliche Online Aktivitäten eines Internet-Nutzers außerhalb der USA mitverfolgen. Chats, Video und Audiokonferenzen, E-Mails, im Netz gespeicherte Daten wie Videos, Fotos, sowie VoIP-Kommunikation, nichts bleibt dem amerikanischen Auslandsgeheimdienst verborgen. Laut Snowden macht die NSA von dieser Möglichkeit auch ausgiebig Gebrauch, die über eine „Kooperation“ mit amerikanischen Internetunternehmen wie Google, Microsoft und Yahoo ermöglicht wird. Weiterhin speichert die NSA diese Daten auch im größeren Rahmen. Von der amerikanischen Überwachungsbehörde wurden Snowdens Vorwürfe bislang nicht zurückgewiesen, nur als „missverständlich“ bezeichnet. Aus Sicht der NSA fallen ihre Aktivitäten natürlich unter die „unverzichtbaren Maßnahmen“ im Kampf gegen den Terror. Im Rahmen der Anti-Terror Gesetzgebung seien diese auch rechtlich abgesichert.

Prism – Ein echter Skandal!

Dabei ist auf jeden Fall festzuhalten, dass ich die Observation des globalen Internets durch die NSA für einen handfesten Skandal halte. Sowohl moralisch wie auch rechtlich ist das massenhafte Abschöpfen von Internetdaten unbescholtener Bürger höchst verwerflich und auch rechtswidrig. Die Ausmaße, die PRISM angenommen hat, ist erschreckend! Die Totalüberwachung erinnert mich doch sehr an George Orwells Roman „1984“ und den sogenannten „Teleschirm“. Dieses Überwachungsinstrument überwacht jeden Bürger des ultra-totalitären Staats in der düsteren Dystopie Orwells. Dass gerade von der „Freiheitsmacht USA“, die weltweit größte Überwachungsaktion aller Zeiten ausgeht ist sehr bedauerlich und nicht gerade dazu geeignet, die Vorurteile gegenüber den Amerikanern abzubauen. Ist doch der internationale Terrorismus durch seine eigene Kraft meilenweit davon entfernt, etwas zu bewirken. Da erscheint es als blanke Ironie, dass die gerade die USA mit der NSA dem globalen Terrorismus dabei helfen, sein wichtigstes Ziel durchzusetzen: Die Freiheitsrechte der Bürger mit Füßen zu treten.So kommen heutzutage immer mehr Bürger ins Grübeln, ob sie immer noch E-Mails schreiben wollen und vor allem ob sie sensible Daten in Online-Seichermedien ablegen, oder generell online angeben wollen.

Aber bedroht mich Prism persönlich?

Der Grund, warum ich trotzdem meine Daten in kostenlosen Internet-Datenspeichern ablege, besteht in einer grundlegenden Überlegung: Bei der NSA sind, meiner unfundierten Schätzung nach, wohl maximal 200 Mitarbeiter mit der Überwachung des Internets mithilfe PRISMs beschäftigt. Vielleicht auch 1000 oder mehr, da das Programm aber global angelegt ist, überwachen diese 200 Personen über eine Milliarden andere Menschen. Genauso wie eigentlich die Regierung in Orwells Roman (kleine Schwäche), ist es auch für die NSA nicht möglich, jeden Bürger einzeln abzuhören. Die Datenflüsse werden dagegen von automatisierten Programmen überwacht. In der Konsequenz bedeutet dies, dass sich nie ein NSA-Mitarbeiter dafür interessieren wird, wenn mir meine Frau die Einkaufsliste für heute Abend per E-Mail schickt, oder ich diese in Google-Drive ablege. Und was interessiert es mich, wenn ein Roboter meine schnulzigen Liebesgrüße liest?

Solange ich also nicht über Dschihad, 9/11 und den heiligen Krieg schreibe (Dear NSA, this is descriptional blog post, without any intention to participate in any terorristical activities), wird sich wohl nie jemand für meine Aktivitäten im Netz interessieren. Ein wenig problematischer sehe ich die Sache mit der Speicherung personenbezogener Daten. Die Regierungsorganisation NSA wird diese wohl kaum für kriminelle Aktivitäten verwenden (wenn man PRISM nicht als politisches Verbrechen betrachtet). Was aber, wenn diese Daten an andere Organisationen weitergeleitet werden? Oder wenn Daten gar an Personen außerhalb staatlicher Kontrolle gelangen. Das PC-Spiel „Watchdogs“ liefert ein erschreckendes Szenario, wozu allzeit abrufbare Daten zu jeder beliebigen Person führen und wie diese für einen Rachefeldzug missbraucht werden können. Wie sich dieser Aspekt in Wirklichkeit, abseits von Visionen auf dem PC entwickelt, muss die Zukunft zeigen. Hier ist eine Prognose schwierig.

Im Moment bin ich auf jeden Fall noch realtiv unbeschwert in der virtuellen Welt unterwegs. Zumindest im Moment noch …

2 Kommentare

  1. Fredle

    Was die USA und Briten da abziehen ist eine Sauerei aber die Deutschen schauen nur zu.
    Ich will hier nicht politisch werden, aber das Ganze hat doch System wenn man es über die Jahre betrachtet.
    Mit den Netz verlieren die Mächtigen die Kontrolle, das war bei TV und Zeitungen noch anderst daher muss jetzt gelauchst und gescannt werden was das Zeug hält.

    Achja die wollen die Demokratie in die Welt bringen.

  2. Colin

    Also mich überrascht der ganze Spionage „Skandall“ nicht wirklich. hat den wirklich jemand geglaubt, dass man im Internet wirkliche Privatspähre hat? Also ich nicht wirklich.

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